| 30.07.2003 - Rennbericht IRONMAN Switzerland | |
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Schwimmen am Limit
Die Bedingungen waren optimal, als die 1400 Ironman-Teilnehmer ins Wasser stiegen; kein Wellengang und 23,8C Wassertemperatur. Beim Start etablierte ich mich in der Spitzengruppe und konnte folgedessen allen Positionskaempfen aus dem Weg gehen. Bei der ersten Boje war ich immer noch an der Spitze, musste dann aber dem hohen Tempo Tribut zollen und abreissen lassen. Ich bekundete gar Muehe das Tempo vorbeischwimmender Athleten zu halten. Eine Folge eines zu hohen Anfangstempos. Dennoch kam ich, wie erhofft nur ca. 2 Minuten hinter Bernhard und Mauch als 20. aus dem Wasser und machte mich auf die Verfolgung. ![]() Grenzerfahrungen beim Laufen In der Wechselzone berichtete der Speaker ueber mich, da konnte ich keine Bloesse geben. Anstatt aufzugeben, zog ich die Laufschuhe an. Was sich in Florida erst nach ca. 30 Km bemerkbar machte, naemlich starke Schmerzen und Unwohl sein, setzten am warmen Sonntagnachmittag schon bei Km 1 ein. Hier eine kleine Auswahl meiner Gedanken auf den ersten 14 Km: "Was soll das?" - "Nein also ich gebe auf!" - "Ok eine Runde aber dann ist Schluss!" - "Scheiss Gel" - "Ich kann nicht mehr!" - "Ich will ins Ziel". An letzteres dachte ich aber nur entfernt. Dank der Unterstuetzung all meiner Freunde, die mich supergeil angefeuert haben, blieb ich im Rennen. Im Verlaufe des Marathons wurde mein Schritt immer langsamer, bis ich gehen musste. Mein Ziel war bei weitem keine Top-Platzierung mehr, sondern zu finishen. Trotzdem lag ich immer noch unter den ersten 15. Ein Faktum, das mich auch noch vor dem Aufgeben bewahrt hat. Nach meinem groessten Tief bei Km 30 glaubte ich zum ersten Mal, es ins Ziel schaffen zu koennen. Ich gab nochmals alles, was in mir drin war. Ich ueberholte sogar noch zwei vor mir liegende Konkurrenten, sodass ich den Ironman Switzerland auf dem 11. Rang mit einer Zeit von 9:07 beendete. Dieses Finishen bedeutet mir mehr, als all meine bisherigen Erfolge. Ich konnte mehr Lehren aus diesem Wettkampf ziehen, als jemals zuvor. Durchhalten hat eine neue Bedeutung bekommen. Haerter kann ein Wettkampf psychisch kaum noch werden, was fuer die Zukunft sicherlich Vorteile mitsichbringt. Ich kann es kaum erwarten meine Erfahrungen, in den naechsten Wettkaempfen zu nutzen. |
![]() Rad ueber dem Limit Meine Beine fuehlten sich ziemlich kraftlos an, nicht so wie ueblich. Nichtsdestotrotz drueckte ich ordentlich in die Pedalen, in der Hoffnung die Beine wuerden sich meinem gewuenschten Tempo anpassen. Mein Effort, mit dem ich zu den Favoriten aufschliessen wollte, stellte sich bald als zu gross heraus. Nach ca. 50Km auf dem Rad bekam ich Kraempfe in den inneren Oberschenkeln und musste diese zeitweise dehnen. Ich realisierte, dass ich heute meine hochgesteckten Ziele nicht erreichen werde. Gefuehle von Wut und Frustration kamen in mir auf bis Stefan Riesen an mir vorbeiflog.Er animierte mich mit ihm mitzufahren, was mich befluegelte. Sodann fuhr ich bis ca. Km 130 mit Stefan mit, dann ging der Ofen ganz aus. Das Tempo war mir einfach einen Tick zu schnell, sogar in der Flaeche. Nachdem ich abreissen liess, ging gar nichts mehr. Mein Koerper schrie foermlich: " Aufgegeben, Aussteigen Ronnie!", doch mein Wille brachte meinen Koerper bis zur Wechselzone. Auf den letzten 50 Km verlor ich ueber 10 Minuten auf Stefan. Vielaussagend, wenn man weiss, dass das Radfahren eigentlich meine Staerke ist. ![]() |
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Ich erhole mich sehr gut, war gestern schon wieder das erste Mal im Wasser
und freue mich schon auf die Duathlon-WM in Affoltern a. A.
Nochmals vielen Dank an Alle, die mich so super an der Strecke unterstuetzt haben. Best wishes Ronnie Links: Ironman Switzerland Website Rangliste Professionals Men Fotos IronmanLive | |