18.03.2003 - Trainingslager Zypern 2003

Am 23.2.03 traf sich die Schweizer Nationalmannschaft in Kloten um zusammen ins Trainingslager nach Zypern zu fliegen. Mit dabei waren unter anderen auch die ewz power team Athleten Simone Buerli, Christoph Mauch und Dominik Rechsteiner. Das Training wurde von Schwimmcoach Gunther Frank geleitet und die Organisation uebernahm Nationaltrainer Martin Rhyner.

Das Wetter meinte es die ersten paar Tage nicht gut mit uns, Regen und Temperaturen um die 3 Grad. Wer beim Radeln wie ich keine Winterhandschuhe mit dabei hatte, fror ganz schoen an die Finger. Bald wurde es aber besser. Die Ausfahrten mit der Gruppe waren zumeist locker zwischen 2 und 5 Stunden. Oft fuhren wir der Griechisch-Tuerkischen Grenze entlang wo man auf den Huegeln immer wieder bewaffntetes Militaer in den Wachposten sah. Einmal fuhren wir durch ein Dorf wo man vor Jahren die Grenze in der Mitte vom Dorfplatz gezogen hatte. Auf der einen Seite war das Griechische Pub und auf der anderen das Tuerkische. In der Mitte befand sich der UNO Wachposten.

Das Schwimmtraining war jeweils morgens um 6.30 Uhr vor dem Fruehstueck und es ging ganz schoen zur Sache. Na ja, wer mich kennt, weiss das ich nicht gerade ein Morgenmensch bin und ohne Kaffee laeuft bei mir gar nichts. Bei 3 Grad mit dem Rad oder zu Fuss zum nahegelegenen Pool ersetzte jedoch das morgendliche Ritual und ich spruehte förmlich vor Energie... Zum Glueck war der 25 Meter Pool um die 30 Grad warm, so dass man sich freute endlich ins Wasser springen zu dürfen. Die Freude waehrte jedoch nicht lange, das Training war etwas vom haertesten was ich je gemacht habe, die Weltcupkader Athleten wie Gruetter, Rechsteiner und Riederer gingen ab wie die Feuerwehr. Auch alle anderen schienen mir einen schnellen Eindruck zu machen. Da staunte ich nur noch und war gefordert bzw. zum Teil ueberfordert. Gunthi entdeckte auch bald einige Technikmaengel und gab mir Anweisungen wie ich zu Atmen haette, und zwar am besten abwechselnd links und rechts und nicht nur rechts. Damit hatte ich für die restlichen Tage im Schwimmtraining eine Herausforderung gefunden. Ich musste auf die Zaehne beissen, da ich mir solche intensiven 5 km langen Schwimmtrainings mit wenigen Pausen einfach nicht gewohnt war. Nach 5 dieser Killertrainings und gesamthaft 25 km in der ersten Woche war ich ganz schoen am Anschlag. Im 30 Minuten Test erreichte ich knapp 2,1 Km, womit ich sehr zufrieden bin. Nun muss ich das nur noch an einem Ironman umsetzen.

Das Laufen absolvierte ich meistens nach den Radtrainings oder am Morgen wenn ich nicht ins Schwimmen ging. Oft ging ich mit meinem Zimmerkollegen Sven Schelling (U-23 Duathlon Kader) vor dem Frühstück einen Nuechternlauf machen, damit wir so richtig Appetit bekamen. Von der Landschaft her war es weniger spektakulaer, es hatte einige gute Lauftracks und einen Huegel auf den man hinauflaufen konnte, aber das wars dann auch schon.

Das Hotel war eher etwas enttaeuschend, vor allem das Nachtessen liess für uns Athleten zu wuenschen übrig. Es schmeckte uns selten und von Abwechslung im Speiseplan konnte man nur traeumen. Ich war mir von Mallorca etwas ganz anderes gewohnt und war etwas enttaeuscht. Bei den Trainings in Mallorca hatte ich mich immer auf das gute Nachtesssen gefreut und somit noch mehr Motivation geschoepft. Das Essen war so schlecht, dass wir uns einige Male entschieden in der nahe gelegenenen Stadt Larnaca Pizza essen zu gehen. Zum Glück war das Fruehstueck um einiges besser, so dass die Moral morgens noch gut war.

Die zweite Woche verlief aehnlich wie die erste, das Wetter hatte sich stark verbessert und so machte auch das Radtraining wieder Freude. Gesamthaft kam ich auf ca. 1000 Radkilometer. Ich steigerte den Umfang auch etwas beim Laufen und stellte das Schwimmen etwas zurueck, da mich eine Sehne an der Schulter etwas plagte. Am Schluss der zwei Wochen war ich ziemlich kaputt und sehnte mich nach einer Erholungswoche, in welcher ich mich momentan gerade befinde. Bald schon gehts ins naechste Nati-Lager nach Portugal, welchem ich sehr positiv entgegenschaue.