09.09.2006 - Podest nur um 14 Sekunden verpasst und Hawaii Quali 2007 im Sack!

Ein grosses Aufgebot an hochkarätigen Namen stand auf der Startliste. Unter anderem der Vorjahressieger Rutger Beke, Marcel Zamora-Perez (Ironman France Sieger), Luc Van Lierde (Ironman Hawaii Bestzeit), Nicolas LeBrun (XTERRA Weltmeister), Tom Soderdahl (Top Ten Hawaii) und Radrakete Kieran Doe (3. Rang Quelle Roth).

Mein Ziel war es den 5. Rang vom Letzten Jahr zu toppen, jedoch war das Starterfeld dieses Jahr hochkarätiger. 07.00 Uhr fiel der Startschuss zum Halfironman Monaco. Das Wetter war nicht wie vorhergesagt sonnig und warm sondern eher regnerisch und kühl. Mich interessiert das eigentlich nie sehr, da ich darauf keinen Einfluss nehmen kann.

Ich kam sehr schlecht weg und geriet sofort in eine Keilerei mit anderen Athleten. Schon vor der ersten Boje schwanden meine Kräfte und das Laktat schien meine Arme zum explodieren zu bringen. Mein Ziel, die 1,9Km mit den Favoriten wie Beke zu verlassen bzw. in eine gute Schwimmgruppe zu kommen, konnte ich schon nach 600 Metern abschreiben. Es ging nichts mehr und verlor kontinuierlich Zeit auf die Favoriten. Ich war mir eigentlich sicher, in guter Form zu sein, das Schwimmen jedoch machte mir mental zu schaffen und liess mich daran zweifeln.

Nach langen 1,9Km entstieg ich 50 Sekunden nach Beke und 1:40 nach Zamora an ca. 30. Stelle aus dem Meer. Ich konnte es kaum erwarten, aufs Rad zu wechseln und mich auf die Verfolgung zu machen. Kaum auf dem Rad, spürte ich die Power, welche beim Schwimmen fehlte, also doch kein schwarzer Tag. Ich trat in die Pedalen wie bei einem Kurztriathlon und flog förmlich die 14,5 Kilometer lange Steigung zum Col de Guerre hoch. Ich überholte Athleten im Minutentakt. Nach ca. 12 Kilometern in der Steigung stiess ich in die Top Ten vor und es bildete sich eine Gruppe mit Niederreiter, LeBrun, Lierde, Amey, Banti, Domnik und Zamora. Vorne weg fuhren Doe und Beke mit 4 bzw. 1 Minute Vorsprung. Die Abfahrten wurden teilweise kriminell bewältig, was nicht ohne Zwischenfälle blieb. Einmal überschlug es Daniel Niederreiter im Jan-Ullrich-Stil aus einer Kurve und Nico Lebrun küsste den zum Teil feuchten Asphalt.
In der Fläche fuhr ich jeweils etwas davon, kam jedoch nie richtig weg, dafür waren die flachen Stücke zu kurz. Die letzte 12 Kilometer lange Steigung nach La Turbie hatte es in sich. Ich fuhr immer auf den vordersten drei Positionen, um reagieren zu können. Plötzlich sah ich Beke am Strassenrand stehen. Er hatte einen Platten und gab das Rennen später auf. Kurz darauf attackierte Zamora und ich ging mit. Die anderen konnten nicht direkt folgen, schlossen jedoch bei der letzten Abfahrt zurück nach Monte Carlo wieder auf.

Ich hoffte, dass einige nun etwas kaputt vom harten Radkurs waren und beim Laufen einbrechen würden. Die Radbelastung spürte ich nämlich ganz schön in den Muskeln.
Die Wechselzone zum Laufen verliess ich an fünfter Stelle, konnte aber schnell Niederreiter überholen. Dei Beine fühlten sich schwer an, jedoch war ich flott unterwegs. Nach einer Runde lief VanLierde zu mir auf, das Tempo konnte ich aber mitgehen. Zamora lief derweilen zur Spitze mit Doe auf und überholte diesen sogleich. Auch Domnik verwaltete seinen Vorsprung hartnäckig und lief sogar auf den zweiten Rang vor. Nach 3 Laufrunden versuchte ich mich von VanLierde zu lösen, jedoch verhinderte ein Krampf im hinteren Oberschenkel ein weiteres Vorwärtskommen und ich musste schnell stoppen. VanLierde lief in dieser Zeit einen Vorsprung von ca. 30 Sekunden heraus. Irgendwie überwand ich das Problem und machte mich auf die Aufholjagd. Ich hatte mich schon fast mit dem 5. Platz begnügt, als 400 Meter vor dem Ziel plötzlich Doe auftauchte. Ich gab nochmals alles und überholte ihn in der Steigung zum Casino hoch. An VanLierde kam ich auch nochmals auf 14 Sekunden ran, jedoch war er zu stark an diesem Tag.
Als ob das Rad nicht schon genug bergauf geht, jagen die einen auch noch fünf Mal die Steigung zum Casino hoch. Vor allem aber mein Schlussspurt betonierte meine Beine nochmals mit Laktat.

Mein absoluter Lieblinswettkampf bleibt der Halfironman Monaco aber weiterhin. Dass ich mir nun schon das zweite Mal die Quali für Hawaii geholt habe, ist umso schöner.

Nun steht eine Woche Erholung an, bevor das Training hinsichtlich des Ironman Hawaii beginnt. Am 16. September werde ich in die USA nach San Diego fliegen um mich dort optimal vorzubereiten. Nach dieser super Saison bin ich zwar zufrieden, aber der Hunger und die Motivation für Hawaii ist riesig und ich werde versuchen, dort mein bestes Rennen zu zeigen.

Cheers

Ronnie


Monaco. Ironman 70.3 (1,9 km Schwimmen – 90 km Rad – 21.1 km Laufen):
1. Marcel Zamora Perez (Esp) 4:12:14.
2. Norbert Domnik (Ö) 4:14:10.
3. Luc Van Lierde (Bel) 4:14:37.
4. Ronnie Schildknecht (Sz) 4:14:51.
5. Kieran Doe (Neus) 4:15:21.
6. Herve Banti (Fra) 4:17:50.
7. Tom Soderdahl (Fin) 4:19:36.
8. Massimo Cigana (Ita) 4:22:07.
9. Paul Amey (Gbr) 4:22:47.
10. Daniel Niederreiter (Ö) 4:22:59.



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