02.09.2003 - Rennbericht ITU Duathlon Weltmeisterschaft in Affoltern am Albis

Am Renntag zeigte das Wetter seit langem wieder mal seine Schattenseiten. Die Temperatur war mit ca. 20 Grad jedoch optimal. Ich fuehlte mich ueberraschend frisch, ein Gefuehl das ich in den letzten Tagen etwas vermisste. Ich fuhr noch einmal schnell das Rad aus mit ein paar anschliessenden Steigerungslaeufen und bereit war ich um die Schmerzen in Angriff zu nehmen.


10Km Laufen "kontrolliert"

Es ging wie immer ab wie die Feuerwehr. Ich hatte mich hinten eingereiht, da ich mir gar nicht erst die Chance geben wollte mit Benny Vansteelant und Co. mitzulaufen. Ich war zwar der letzte Schweizer, fuehlte mich dafuer aber noch ziemlich gut. Durch mein konstantes Tempo aenderte sich dies aber und ich machte ab der 2 Runde laufend Plaetze gut. Sogar zu Stefan Riesen hatte ich ploetzlich Sichtkontakt. Das ueberraschte mich ehrlich gesagt ein wenig. Entweder ich hatte heute meinen Top-Lauftag eingezogen oder er seinen Couch- und Chipstag. Wie sich spaeter herausstellte, wollte er schon zu diesem Zeitpunkt aufgeben, da er das Rennen zu schnell angegangen war. Aufgrund der Teamwertung kaempfte er sich aber weiter.
Nun wollte ich mich natuerlich erst recht an seine Fersen heften. Mit ihm zu radeln haette mir erst recht Spass gemacht. Das Schweizer Publikum war grossartig und pushte mich super ueber die letzten zwei Runden. Ein paar Sekunden hinter Stefan, an 30. Stelle liegend, erreichte ich die Wechselzone. Auch der Rueckstand zu Vansteelant hielt sich mit 1 Minute in Grenzen. Er lief die nicht ganz Zehn coupierten Kilometer unter 30 Minuten.


40Km Rad "unkontrolliert hart"

Der Wechsel verlief zuegig ohne Probleme und schon ging es zum ersten Mal in die Steigung. Ich verdraengte meine Gedanken diese muehsame Steigung fuenfmal bewaeltigen zu muessen. Jetzt hiess es erst mal aufholen.
Stefan gab gleich maechtig gas und ich musste kaempfen um an Ihn ranzukommen. Schon fast oben angekommen schaffte ich den Anschluss zur ein Gruppe um Dirk Strothmann und Stefan Riesen. Das Tempo war hoch und stimmte. So fuhren wir die Abfahrt gemeinsam, in welcher ich mich etwas zu erholen versuchte.
Als letzter fuhr Teamkamerad David Senn zu uns auf. Durch unser hohes Tempo im Aufstieg sammelten wir einige Athleten ein. Jedoch konnten nur wenige mitfahren. Auch ich hatte vor allem in den ersten 2 Runden zu kaempfen um nicht den Anschluss zu verlieren. Unsere Gruppe blieb also immer etwa zehn Mann stark.
Der Abstand zu Vansteelant und Hall betrug zwischenzeitlich nur 25 Sekunden. Diese Zwei drueckten jedoch in den letzten 2 Runden nochmals aufs Gas, sodass der Rueckstand wieder auf eine Minute anstieg.
In der letzten von 5 Runden versuchte ich mein Glueck und kam mit einer Tempoverschaerfung weg. Ich wuchtete noch ein letztes Mal die ungeliebte Steigung hinauf und gab nochmals alles in der Abfahrt. Ich sah schon den dritten und viertplazierten vor mir.
An 5. Stelle liegend, jedoch leider nur ca. 15 Sekunden vor meinen Verfolgern kam ich in die Wechselzone.


5 Km Laufen "Kraempfe und Top Ten Finishertraeume"

Nun war's um mich geschehen, Wadenkraempfe machten sich bemerkbar und ich hoffte einmal mehr, doch noch das Ziel zu erreichen. An einer solch guten Position rennend, will man natuerlich erst recht forcieren. Ich konnte jedoch beim besten Willen nicht. Ich war platt! Die Jungs holten mich schon nach dem ersten Kilometer ein. Als mich dann die ersten Fuenf Athleten ueberholt hatten, fing ich mich wieder einigermassen auf. Es war wiederum Stefan dem ich dies zu verdanken hatte. Er motivierte mich. Ich konnte Ihm mit gewissem "Sicherheitsabstand" folgen. Die ganze Leidensgeschichte zog ich auch noch die letzten drei Km durch und ueberquerte uebergluecklich das Ziel auf dem 12. Rang.


Fazit

Der 12. Rang an meiner ersten Elite Kurzdistanz WM ist fuer mich der Hammer und zaehlt zu meinen groesseren Erfolgen. Die Top Ten waren im nachhinein sicher greifbar nahe, aber wie schon angedeutet, ist das Rennen eben erst nach 55Km fertig. Ich werde naechstes Mal versuchen alles etwas schneller, jedoch mit weniger Kraftaufwand zu bewaeltigen. (Das kann doch nicht so schwer sein?!).
In der Teamwertung gewannen wir die Silbermedaille, welche fuer die Ausgeglichenheit unseres Teams spricht.

Vielen Dank an Alle die mich so "supergeil" waehrend, vor und nach dem Rennen unterstuetzt haben. Ein Anteil des Erfolges geht auch an Euch!

Nun heisst es gut erholen, denn schon in zwei Wochen steht der Powerman Zofingen auf dem Programm. Dort werde ich wieder auf Benny, Jonathan und Stefan treffen. Das kann ja heiter werden...

Verkaterte Gruesse

Ronnie


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